
Sie stehen eigentlich unauffällig in einer Ecke des Museums. Aber sie sind nicht weniger als 275 Zentimeter lang und wecken, einmal entdeckt, immer wieder das Interesse der Besucher.
Es handelt sich um zwei robuste Vierkant-Holzstäbe, die man gut und gerne in eine wehrhafte Palisade einbauen könnte. Sie heißen aber „Nadeln“. Warum? Das kann Vorstandmitglied Gunter Feneis erklären: „Wir haben es mit zwei Exemplaren aus dem ehemaligen Nadelwehr der Saar bei Malstatt zu tun. Sie wurden dem Museum von einem Zeitzeugen überlassen, der 1997 beim Abbau der Anlage dabei war.“
Nadelwehre wurden in früheren Zeiten errichtet, um die Wassertiefe eines Fließgewässers zu regulieren. Quer zur Achse der Saar wurden in diesem Fall 840 Stäbe aufgestellt oder abgezogen, je nach Wasserstand. Das war vor allem in Regenzeiten kein ungefährlicher Job, deshalb kam diese spezielle Form der Stauanlagen aus der Mode.
Das Wehr von Malstatt fiel 134 Jahre nach seiner Inbetriebnahme dem Projekt „Ausbau der Saar zur Großschifffahrtsstraße“ zum Opfer. Flussaufwärts bei Güdingen gab es übrigens eine ähnliche Anlage, ebenfalls aus dem 19. Jahrhundert, aber sie wurde schon in 1930er-Jahren durch neue Technik ersetzt.
|wk| Foto: Deutsche Digitale Bibliothek