
Seit kurzem gehört ein neuwertiges Modell der Stiftskirche zur Dauerausstellung. Es wurde von dem Saarbrücker Grafiker und Kunsterzieher Peter Neu beigesteuert und geht auf einen Bausatz aus Karton zurück, den der Heimatverein vor zig Jahren herausgegeben hat. Anlass war die mehrjährige Schließung der Kirche wegen Sanierungsarbeiten.
Peter Neu hat das Original an vielen Stellen variiert, verstärkt und verfeinert, so dass es an Stabilität und Ausdruckskraft gewonnen hat. Für die Stiftskirche interessieren sich viele Besucher des Museums. Eine Frage taucht immer auf: Wie alt? Aber die Antwort ist nicht so einfach. Manche meinen: 450 Jahre; denn seit 1575 steht der Bau der evangelischen Kirchengemeinde zur Verfügung. Aber es gab exakt an dieser Stelle schon eine ganze Reihe von Vorgängern.
Vor mehr als 700 Jahren wurde jedenfalls mit dem Bau in seiner jetzigen Form im gotischen Stil begonnen. Ende des 14. Jahrhunderts war er fertig. Die Kirche hatte überregionale Bedeutung und wurde Grablege des Hauses Nassau-Saarbrücken. Im 18. Jahrhundert wurde sie vom berühmten Baumeister Stengel renoviert und bekam ihre barocke Turmhaube.
Da es irgendwann Statikprobleme gab, wurde von 1982 bis 1994 grundlegend saniert. Dabei bestätigte sich auch, dass das Gebäude eine bemerkenswerte Vorgeschichte hat: Schon im 2. und 3. Jahrhundert gab es hier eine gallo-römische villa rustica, im frühen 7. Jahrhundert kam die erste kleine Kirche. Sie ging auf die von Bischof Arnualdus gegründete Klerikergemeinschaft zurück, aus der sich im 9. Jahrhundert das Stift St. Arnual entwickelte. |wk, gf|