Das dicke Ding hat 790 Seiten und bringt einige Pfund die Waage. Der Titel sagt ohne Umschweife, um was es geht: "Einwohner von St. Arnual 1682- 1897". Das Verzeichnis haben Heinz Lavall und Klaus Schulz auf der Basis von Kirchenbüchern akribisch zusammengestellt, 2021 ist es erschienen.

Wer sich ein bisschen mit dem Wälzer beschäftigt, findet Überraschendes. Was könnte die am häufigsten vorkommende Berufsbezeichnung sein? Nein, es ist nicht der "Ackerer“, sondern der "Tabakspinner". Dazu gibt es nicht weniger als 800 Fundstellen.

Tabakspinner war damals ein Lehrberuf, es ging darum, Tabakblätter in Rollen zu verwandeln. Unter dem Buchstaben B gleich nacheinander: der Balbierer, der Ballettmeister und der Barbier. Im Ortsverzeichnis stehen Moskau und Paris ebenso wie Burbach und Malstatt.

Aber natürlich interessiert man sich vor allem für Familiennamen. 71 Haupteinträge gibt allein zum Namen "Siegel", beginnend mit dem Reitknecht Peter Hanß Siegel, geboren 1657, der im Schloss angestellt war und später dort sogar "Küchenschreiber" wurde.

Insgesamt geht die alphabetische Reise vom Kettenschmied Franz Abel bis zum Uhrmacher Simon Andreas Zukschwert. Dr. Werner Habicht hat das Buch großzügigerweise dem Museum St. Arnual überlassen. Es kann während der Öffnungszeiten von jedermann konsultiert werden.

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